«Zukunftsunternehmen brauchen keine Chefs mehr» – Totales Chaos oder einziger Weg zum Überleben im Zeitalter des digitalen Wandels?

Abendveranstaltung vom Montag, 30. Januar 2017,
von 17.00 bis ca. 22.00 inkl. Apéro riche in Baden.

Seit der Industrialisierung organisieren wir unsere Unternehmen streng hierarchisch und zeichnen fleissig Organigramme. Selbst in den KMU zelebrieren wir oftmals die damit verbundene «Positionitis» und glauben ohne CEO, Chief Sales Officer, CFO, Head of XYZ nicht auskommen zu können. Wer soll denn sonst die Firma und die Mitarbeiter führen und wer soll all die wichtigen Entscheidungen treffen?

Mittlerweile haben sich aber nahezu alle Rahmenbedingungen für unsere Unternehmen grundlegend verändert und sie tun es weiterhin in rasantem Tempo. Unser Business lässt sich längerfristig nicht mehr planen, unsere Mitarbeiter (und zwar nicht nur diejenigen der Genreration Y oder jünger) sind keine «Arbeiter» mehr, sondern sie sind exzellent ausgebildet, denken selbständig und wollen sich über ihren Job hinaus auch strategisch und kulturell im Unternehmen einbringen, Kompliziertheit wird durch Komplexität abgelöst, der Konkurrenzdruck aus der eigenen und aus fremden Branchen nimmt stetig zu, das Analoge weicht komplett dem Digitalen und Schnelligkeit setzt sich gegenüber Grösse immer öfter durch.

Oftmals nehmen wir den grossen Wandel nicht bewusst wahr, sondern wundern uns bloss über die Symptome. Mitarbeiter, die keine Verantwortung übernehmen (wollen), Märkte, die in kürzester Zeit wegbrechen oder grossartige neue Märkte, die wir verschlafen, Probleme, die sich nicht offensichtlich simpel lösen lassen und uns daher dauerhaft verfolgen, neue Mitbewerber, die deutlich bessere Problemlösungen bieten und uns damit ausboten oder auch Projekte, an denen wir viel zu lange kauen, ohne eine Lösung zu finden.

Verändern sich die Rahmenbedingungen so radikal wie heute, so dass auf einmal das Gegenteil vom alt Bewährten richtig wird, brauchen wir konsequenterweise ein neues Mindset und dazu passende Methoden und Tools, um unsere Firmen wieder zukunftsfähig zu machen. Fast allen oben beschriebenen Entwicklungen gemeinsam ist die Feststellung, dass Zukunftsunternehmen deutlich sensibler, flexibler und schneller werden müssen. Dort, wo Druck und Reaktionen vom Markt, von den Kunden, von den Partnern und den Mitbewerbern direkt aufgenommen werden, nämlich an der «Front», muss künftig mehr entschieden und gesteuert werden können und dürfen. Das erreichen wir nur durch grundlegende Veränderungen in der Art und Weise, wie wir unsere Unternehmen organisieren und führen. Der Chef im klassischen Sinne hat in diesem neuen Modell ausgedient.

Jutta RumpIm ersten Referat des Abends liefert uns die Wissenschaftlerin und Praxisexpertin Prof. Dr. Jutta Rump (IBE Hochschule Ludwigshafen) die Grundlagen, damit wir die Notwendigkeit für grundlegende Organisations- und Führungsveränderungen besser verstehen. Sie zeigt uns Wege für sanfte aber auch radikalere Ansätze auf und sensibilisiert uns für die Voraussetzungen, die in den Unternehmen dazu geschaffen werden müssen.

Tonio ZempIm zweiten Referat beschreibt uns Tonio Zemp (Partner und Ex GL-Mitglied bei Liip) aus seiner eigenen Praxis bei Liip die Erfahrungen mit Mitarbeiterautonomie, Selbstführung und Selbstorganisation bis hin zur «extremen» Holacracy. Wie hat sich ihre Organisation im Laufe der Jahre entwickelt, welche Fehler haben sie gemacht, welche Verbesserungen haben sie entwickelt und welche Erfolge haben sie damit erzielt? Und wieso setzen die Inhaber von Liip auf absolute Autonomie bei ihren Mitarbeitern und Teams und verzichten vollkommen auf ihre Macht als Eigentümer des Unternehmens?

Im Anschluss an die Referate diskutieren Sie mit den Referenten über deren Ausführungen und über Ihre eigenen Erfahrungen, die oftmals das Gegenteil vom Gehörten als richtig erscheinen lassen.

Programm:

  1. Referat Prof. Dr. Jutta Rump, «Wie Zukunftsunternehmen künftig organisiert und geführt werden müssen»
    Wieso müssen Organisation und Führung in den Unternehmen neu gedacht werden? In welche Richtung muss es gehen und wie gestalten wir den Übergang?.
  2. Erfahrungsbericht aus der Praxis Tonio Zemp, «Liip – eine Firma ohne Chef, funktioniert das?»
    Die Schweizer Softwarefirma Liip blickt auf eine langjährige Erfahrung in Sachen Selbstorganisation und Mitarbeiterautonomie zurück. Seit Anfang 2016 hat sie sogar in letzter Konsequenz ihre ganze Geschäftsleitung abgeschafft und Holacracy eingeführt.
  3. Publikumsdiskussion mit den Referenten unter der Leitung von Urs Prantl.


Apéro riche in der Villa Boveri.

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